Ich bin (von mir aus / persönlich gesehen) glücklicherweise hin und wieder in den Weinregionen zwischen Franken, Württemberg und denen im Rheintal sowie dem Viel-Regionen-Taubertal unterwegs. Immer wenn ich irgendwo bin, versuche ich auch ein paar Eindrücke in den jeweiligen Weinbergen zu sammeln. Leider fällt einem geschulten Auge immer auf, wo gut und oder ökologisch gearbeitet wird und wo es wahrscheinlich egal ist und am Ende die Quantität allem Anschein nach Vorrang genießen soll, leider. Aber es soll bildlich ein wenig mehr um den Ernteausfall 2019 gehen. Die meisten vertrockneten und der Hitze zum Opfer gefallenen Trauben stammen wohl von den Rebsorten Bacchus, (viel weniger) Müller-Thurgau und bei den roten Trauben Spätburgunder, Schwarzriesling und wohl auch Trollinger. Dem Lemberger ist es wohl nicht ganz so heiß geworden. Ein letzter warnender Artikel kam sogar noch im Mai 2019. Mit dem warnenden Appell vor all dem, was eingetreten ist. Ein Glückwunsch an die Stuttgarter Zeitung !

Die ersten Bilder stammen vom nördlichsten Teil der Lage Eberstadter Eberfürst unmittelbar im Norden von Eberstadt. Aufgenommen wurden die Bilder bereits am 14.08.2019.

Wie man gut erkennen kann, ist eine erheblich Menge der Trauben schon lang verbrannt und eingetrocknet. Da ist der Schaden hausgemacht und, keine Frage, reichlich groß !

Bei diesen beiden Bildern oberhalb und unterhalb, wollte ich zeigen, dass bei schwachem Bewuchs zwischen den Zeilen, eine Erosion bei starkem Niederschlag kaum mehr zu vermeiden ist. Im unteren Bild sieht man auch noch wunderbar ein Teil einer längst völlig kaputt gefahrenen Schutzhülse aus Plastik, welche zwar mit in den Weinberg getragen wurde, nun aber entweder kleinteilig in den Boden eingearbeitet oder weggespült wird, wenn auch nur in Teilen.

Die Trockenheit ist neben der starken Sonneneinstrahlung freilich eines der größten Probleme dieses Jahres.

Ebenfalls unten und oben im Bild erkennt man alle dunklen kleinen Trauben recht gut. Alles verbrannt und vertrocknet.

Hier noch zwei Bilder von ebenfalls gut getroffenen Trauben, die so natürlich nicht mehr den höchsten Ansprüchen von anspruchsvollen Winzern genügen werden. Diese beiden Bilder sind ebenfalls am 14. August 2019 enstanden, jedoch im mittleren östlichen Teil des Heilbronner Stiftsberg.

Wie man gut sehen kann, war da nicht mehr viel zu retten.

Die kommenden Bilder sind aus den zwei Hauptlagen des Weinorts Markelsheim im Taubertal, welche sich mehr oder weniger aufgrund der Hangneigung unterscheiden, da hier teilweise ein Sandwich-Weinberg geschaffen wurde. Ganz unten ist teilweise die Lage Mönchsberg – im mittleren und unteren vermeintlich besten Teil der Lage der Propstberg – und oben nochmal Zeilen die zum Mönchsberg gezählt werden. Leider ist in der offiziellen Vermarktung kein einziger Tropfen ‘Bio’, was man im Weinberg selbst natürlich ebenso sehen kann. Es gibt Wengerte und Parzellen, die sehr naturnah bewirtschaftet aussehen. Diese Weingärtner und bewirtschaftenden Winzer sollen sich nicht angesprochen fühlen, Alle anderen eigentlich schon ! Wobei es mir da weniger um die Launen der Natur, sondern mehr um die langsam fortschreitende Vermüllung der Natur geht !

Feinster Sonnenbrand hat sich auch an manchen Rebsorten im Taubertal breit gemacht. Hier ein Beispiel an einer roten Rebsorte. Vermutlich handelt es sich um Schwarzriesling.

Diese Bilderreihe hier im warmen Abendrot ist vom 14.09.

Diese Parzelle hat tatsächlich in jeder Zeile enorme Verluste.

Manchmal mehr, manchmal weniger – man kann nur hoffen, das hier mit viel Leidenschaft und per Hand gelesen wird.

Die folgenden Bilder sind ebenfalls noch vom 14. September aus dem Markelsheimer Mönchsberg bzw. der obersten Zeile des Propstbergs. Viel Sonnen-verbrannt und gerne auch mal mit dezent viel Müll in den Zeilen. Plastik welches seine originäre Funktion verloren ist Müll und gehört aus dem Weinberg herausgebracht. Leider interessiert das die Winzer in nicht unerheblichem Maß einen alten Scheiß !

Mein aller liebstes Beispiel sind langsam zerbröckelnde Jungreben-Schutzhülsen und Schutz-Netzhülsen, welche oftmals nicht wieder mit ins Tal genommen werden.

Manchmal könnte man meinen, dass zu viel entblättert wurde. Aber man weiß vorher nicht, ob es ein trockener oder sehr feuchter und verregneter Sommer wird. Gerne wird empfohlen, dass man schon während der Blüte entblättert.

Was auffällt ist, dass in der sogenannten Traubenzone relativ wenige Blätter die Trauben vor der Sonne schützen.

Ein weiterer Nachteil kann sein, dass man zu straff ‘steckt’, also die Triebe zu schmal in der Mitte der Rebzeile bindet und somit die Sonne außerhalb ihres sommerlichen Tages-Zenits wunderbar auf die Trauben scheinen kann. Da hat ein progressives Stecken, Gipfeln und Entblättern mit viel Handarbeit mehr Sinn, als wenn man degressiv erst einmal pro forma entbättert ‘damit die Arbeit getan ist’ und dann auch noch mit dem Laubschneider die Laubwand akkurant und schmal zusammenschneidet.

Und wenn man mit dem Laubschneider schön oder unschön die gesamte Laubwand bearbeitet, passieren auch die tollsten Fehler. Hier im Bild darunter sieht man, wie der Laubschneider zusätzlich noch ein halbes dutzend Trauben ‘verletzt’ hat und unnötig viel Angriffsfläche für die Sonneneinstrahlung geschaffen hat.

Hier kann man mit viel Mühe einige weiße Teile erkennen. Diese Teile stammen von einer einst etwa einem halben Meter langen Schutzhülse, wie sie oben schon einmal unter der Rebzeile liegend zu sehen war. Vollkommen zerstört und zerstückelt. Leider kein Einzelfall im Markelsheimer Mönchsberg. Wer mit gutem Beispiel voran gehen will, der pflegt auch gewisse Tugenden, wie jene, dass man seinen eigenen Müll im richtigen Moment auch passend entfernt und auf dem richtigen Wege wegwirft. -> Gelber Sack !

Hier auch noch solch ein Bild. Unten, Mitte, Oben sind jeweils weiße Teile zu sehen. Vormals auch eine Schutzhülse – jetzt zerkleinerter Müll, der nie entfernt werden wird. Hinten im Bild eine grüne Schutzhülse als Netz, welche eigentlich schon lang hätte entfernt werden müssen.

Eine Markelsheimer Tugend ist im Optimalfall ein Ertrag von 100 hl je Hektar. Diese beiden Rebzeilen sind ganz nach den Vorstellungen der Weingärtner und der Genossenschaft.

Eine Ertragsreduktion am Anfang des Septembers durchzuführen ist in meinen Augen auch ein wenig spät. Diese beiden Bilder stammen vom 5. September und die Gerichts-Trauben-Mediziner haben offiziell bestätigt, dass die Trauben inzwischen fast vollreif waren und seit maximal 3 Tagen erst dort auf dem Boden liegen. Das versteh wer will und man kennt auch nicht alle Umstände, aber es sieht leider nicht besonders sinnvoll aus, was da gemacht wurde.

Zur Abwechslung noch ein paar weiße Trauben, die es aufgrund der Umstände nicht geschaft haben.

Wie in einem meiner vorherigen Beiträge schon einmal beschrieben, traf es manch einen Winzer dieses Jahr sehr früh, was den Sonnenbrand und die Trockenheit angeht.

Sommer, Sonne, Trockenheit

Sogesehen ist die kleine Berichterstattung hiermit zuende.

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