In einem meiner ersten Einträge vom 25. Februar 2019 schrieb ich über ein Weinpaket aus dem Piemont, welches ich bei meinem viel beschäftigten Freund und Wein-Profi erbeten hatte und letztendlich auch äußerst erfreut in Empfang genommen hatte. In dem Paket war auch dieser Wein bzw. Sekt hier. Der Spumante Luis Extra Dry, ein Schaumwein der klassischen, frischen und jungen Art.

Auf der Internetseite des Weinguts Carlin de Paolo erfährt man die Basics rund um diesen klassischen Spumante. Alles in Allem sind keine außergewöhnlichen oder besonderen Daten vorhanden. Die ca. 25 Jahre alten Reben für diesen Schaumwein stehen wohl auf sandigem, tonigem und kalkhaltigem Boden, … also quasi fast auf jedem Grund. Es wird weder genau angegeben, wo die Trauben für diesen Sekt genau herkommen, noch was hier für Rebsorten enthalten sind. Man erfährt nur, dass die hier drin enthaltenen Trauben, piemontesische Rebsorten sind. Das kann freilich nun vieles sein. Ich gehe davon aus, dass auf jeden Fall ein gewisser Anteil Arneis enthalten ist. Denn diese Rebsorte baut das Weingut auch selbst an. Ich kann mich da freilich auch irren, aber Arneis ist eben auch typisch für das Piemont. Sie ist einer der meist angebauten weißen Rebsorten in der Region am Fuße der Berge (also der Alpen).

Fakt ist, dass 17g Restsüße und 24g Trockenextrakt bei moderater Säure enthalten sind. Der Alkoholgehalt liegt bei moderaten 12%. Die mittelalten Reben stehen auf Höhen zwischen 150 und 300 m.ü.N. Er besitzt eine sehr typische strohgelbe Farbe und normal feine Perlage. Die goldenen Nuancen oder Reflexe habe ich nicht unbedingt erkannt, ich kenn mich als mittelloser Bürger aber auch nicht so gut mit Gold aus. 😉 Dafür kommt die Mineralik aber ein wenig durch, wenn auch nur unterschwellig. Er ist im Stahltank ausgebaut, was man aber auch so, ohne dass es auf der Internetseite steht, hätte wissen können, wenn man ihn probiert hat. Er ist von der Herstellung her keine Offenbarung, aber selbstverständlich sehr sehr lecker und genießbar.

Gut gekühlt ist er nicht zu süß, aber erstaunlich lecker. Er duftet dezent blumig bis gelbfruchtig mit leichten exotischen Nuancen. Mir ist auch ein wirklich dezenter Traubenduft, wie von Thompson Seedless, aufgefallen. Beim Geschmack hingegen bemerkt man schon viel mehr die gelbfruchtige und exotische Art. Am aller meisten und besten fällt aber der Geschmack nach Grapefruit und Bergamotte auf. Wenn man ihn nicht gleich am ersten und zweiten Tag austrinkt bzw. ein paar Minuten im Glas lässt, dann kommt das Grapefruit-Aroma sehr deutlich heraus. Ich finde, dass sich das Aroma recht deutlich ins dezent bittere Zitrus-Aroma hinein bewegt. Außergewöhnlich und lecker ! Was mir auch noch aufgefallen ist, war ein Anflug von Lavendel bzw. Honig mit Lavendel. Colles Zeug, muss ich sagen ! Kombiniert hatte ich den Spumante mit einem italienischem Foccacia-/Ciabatta-Snack mit Salat, Mozzarella, Tomaten und Basilikum in Olivenöl. Einfach hervorragend ! Da ich mir das natürlich auch so zubereite, dass es mir selbst am besten schmeckt. 🙂

Da dieser Spumante auch ein klassischer Apero ist, hab ich vom letzten Italienurlaub die 1936er San Carlo Chips dazu probiert. Kann man machen, muss man aber nicht. Die Kombination wertet sich nicht gegenseitig auf. Von daher ist es egal, ob man sie dazu isst, oder ihn einfach allein genießt. Was ich mir vorstellen kann ist, dass er gut zu diversen Desserts passt. Definitiv ein kaufenswürdiger piemontesischer Spumante, da er auch erschwinglich ist !

Ganz nebenbei bemerkt sind die San Carlo Chips, die von mir gnadenlos favorisierten, wenn ich nach Italien fahre. Es gibt wenige Chips-Hersteller, die noch leckerere machen. Nebenbei bemerkt haben die Chips von San Carlo eindeutig weniger Fett je 100g, als das was die großen deutschen Chipshersteller in ihre Tüten packen.

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