Ich muss zugeben, dass ich bisher noch nicht wirklich viele Arbois Weine getrunken bzw. gar probiert habe. Seit Jahren ist die Region im Jura bei Weinfreunden, Kennern, Gastronomen und Sommeliers jedoch scheinbar überaus beliebt. Oft dachte ich, klar: moderne, puristische, kühle, französische, feine-duftig-fruchtige Jura-Weine – logo: en Vogue par excellence ! Könnte ich so voll nachvollziehen.

Bei dem 2011er Grain de Pierre kann ich das persönlich jedoch gar nicht nachvollziehen, leider eigentlich. Es handelt sich bei diesem Exemplar um einen Chardonnay, welcher mehrheitlich, ob gänzlich weiß ich nicht, im Eichenfass ausgebaut wurde. Es könnten die rauchigen Feuerstein-Aromen sein, aber ich vermute, dass dieser Chardonnay die längste Zeit seines Ausbaus im wenig belegten und medium getoasteten Barrique zu brachte.

Was ihn für mich persönlich wenig angenehm machte, zumindest jetzt im Mai und aufkommendem Sommer. Es riecht und schmeckt vollends nach Weihnachten und Winter. Wenig Fruchtigkeit – dafür viel schwere Holz- und Rauchwucht. Für mich definitiv ein Wein für die kältere Hälfte des Jahres und eher was für korrespondierende rauchige Speisen oder zum Trinken vor einem Kamin. Ein paar dezente nussige und Brioche-Aromen gab es noch, an Früchten viel mir kaum spezifisches oder eindeutiges auf.

Die 13% merkt man ihm an, was im Grunde auch schlimm wäre, wenn er wie 10,5% schmecken würde. Das Ding hat Kraft, Breite und Schwere. Kein Wein für leichte Gemüter !

Keine zweites Glas für mich, so lang’ draußen Sommer ist !

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