Rheinpfälzischer Verschnitt aus Riesling und Traminer aus dem Jahr 1964 vom Kalkberg aus Duttweil, genauso wie das Weingut Theo Kühborth. 55 Jahre sind seit dem vergangen.

Er hat vor circa 5 oder 6 Jahren den Weg in meinen Keller gefunden und nun auch in mein Glas. Leider komme ich mindestens 30 Jahre zu spät, bezogen auf den optimalen Reifezeitpunkt. Ich hätte ihn direkt nach Ankauf öffnen sollen, da sah der Korken sicherlich noch besser aus, als der an dem ich mich jetzt abgekämpft habe. .. nicht mehr schön.

Lage: Der Duttweiler Kalkberg ist Hügel mit Neigung in dem Sinne, also auch kein Weinberg im klassischen Verständnis.

Winzer: Theo Kühborth war in seinen beruflichen Jahren ein allem Anschein nach viel beschäftigter Mann. Schon drei Jahre nach Kriegsende wurde er, neben einigen anderen Bürgern, zum Gemeinderat gewählt und musste früh die gesamtführerische Tätigkeit im Weingut übernehmen.

Das Weingut Theo Kühborth heißt inzwischen seit geraumer Zeit Weingut Kühborth & Sinn und macht ansprechende Weine, für den kleinen Geldbeutel und treue Kunden.

Zum Wein: In der Nase ist noch dezent Mandel bzw. viel eher Marzipan. Die ganz wahrscheinlich noch vorhandene Restsüße kann man im Fall auch schon vorher am roten Deutschen Weinsiegel ausmachen, welches für liebliche Weine vergeben wurde. Ansonsten sind noch ganz ganz dezent flüchtige Nuancen klassischer Riesling-Aromen zu erkennen, dann ist aber rasch die recht säuerliche Gesamtbilanz in der Nase. Zwischen Riesling und Traminer kann ich, und ‘man’ wahrscheinlich auch, geruchs- und geschmackstechnisch nach so langer Zeit bei Weitem nicht mehr unterscheiden. Auf der Zunge ist die säuerliche Erscheinung vollends im Vordergrund, gefolgt von Süße und rasch Nichts. Ich bereue ein bisschen sehr ihn nicht früher probiert zu haben. Beim nächsten Wein hab ich mehr Glück !

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