Mal kurz zu mir und der Verbindung zum Weingut Stefan Bardorf. Als ich 2016 das erste Vinocamp Franken organisierte, riet mir netterweise Andreas Göpfert vom Haus des Frankenweins einmal mit Thomas Schenk vom Weingut Schenk am Ölspiel in Randersacker Kontakt aufzunehmen, über welchen ich dann bspw. Paul Weltner und auch Stefan Bardorf kennenlernte. Stefan Bardorf ist ein überzeugte Öko-Landwirt und Sohn von Günter Bardorf, der das Weingut 1965 in Randersacker gründete. Er vereint die Tugenden aus althergebrachten Werten und der individuell kreativen Umsetzung neuer Ideen, um extrem gute wie bodenständige Weine mit verrückt guter Finesse herzustellen.
2015 hat Stefan offiziell mit der Umstellung auf ökologischen Landbau begonnen gehabt und aber dem Jahrgang 2018 der Stempel auf jeder Flasche. Eine Philosophie, die Überzeugung ist und den Bardorfs am Herzen liegt. Die großen Weine des Weinguts sollen stets auch vom Muschelkalk-Terroir geprägt sein, wenngleich das nicht jede Art der Weinbereitung perfekt zulässt.

Zum Wein mal noch allgemein etwas: Die Silvaner-Reben stehen im sehr bekannten Marsberg und haben 2023 ihren 50. Geburtstag gefeiert. Gelesen wurde am Beginn des 3. Drittels im Oktober, 12 Stunden Maischstand und anschließend per Ganztraubenpressung ins Stahl gelegt und dort 3 Monate vergoren. Anschließend wurde er in ein neues französisches Tonneau aus französischer Eiche (36 Monate gelagertes Holz) gelegt und dort 1 Jahr auf der Hefe ausgebaut – im Grunde eine tolle Anlage !
Zum Wein ! Der Silvaner zeigt sich freilich deutlich vom Ausbau im neuen Tonneau geprägt. Er ist spürbar aus dem Holz, aber diese Aromatik ist super eingebunden, kommt mit vanilligen Aromen daher, wirkt hell, leicht pfeffrig mit kühlen und aber auch herben gelbfruchtigen Noten. In der Nase zeigt sich eine spürbare aber junge Reife – im Grunde super austariert. Am Gaumen setzt sich das entstandene Bild fort. Die Reserve ist fast komplett trocken kommt dennoch mit einem schönen Schmelz – die Haptik im Mund – daher, unterstrichen von einer wunderbar integrierten feinen Säure.
Es zeigt sich eine helle Frucht, etwas leicht grünes, teils pfeffrig wirkendes im Hintergrund. Wunderbar präsent sind die leicht rauchigen Nuancen und ein sanfter mineralischer Einschlag. Man spürt die Kraft, Tiefe und Komplexität und dennoch eine gewisse schöne Leichtigkeit, zurückhaltende Tannine ! Hinten raus bekommt man zum Abschluss noch ein ordentlicher Abgang mit viel herber Würze. Großartig !!
Und das dieses Ding hier echt gut ist bestätigte auch das Enos Weinmagazin mit dem 2. Platz Silvaner-Verkostung !