Im Sommer 2017 ging die Reise unter anderem nach Istrien in Kroatien – nebst Ljubiljana, Zagreb, Krk, Split, Dubrovnik, Mostar und sogar Montenegro. Für die Rückreise suchte ich mir ein, meiner Meinung nach, interessantes Weingut aus und entschied mich für Matosevic. Das Weingut liegt im Westen der istrischen Halbinsel knapp 10 Kilometer von der Adria entfernt nahe Rovinj. Das Weingut befindet sich tatsächlich aber weniger als 2km von der sehr malerischen bzw. sehr schönen Lim Bucht entfernt. Vielleicht ist das das Geheimrezept, für die in Fachkreisen beliebten Weine von Matosevics und ohnehin diversen ‘guten’ Weingütern Istriens. Eventuell, aber ganz bestimmt liegt es an der Art und Weise der Arbeit im Weinberg und -keller.

Klassisches Beispiel einer Rebanlage im modernen Kroatien
Klassisches Beispiel einer Rebanlage im modernen Kroatien

Ich hatte mich vor Ort unter anderem für den 2016er Ombra entschieden, ohne tatsächlich zu wissen was ich da denn erwarb. Inzwischen habe ich mich kundig gemacht, so gut es ging und leider auch nicht wesentlich mehr herausgefunden, als jene Daten, welche das Etikett ohnehin schon preis gibt. Der Ombra besteht zu 100% aus Teran, einer roten Traube mit einigem an Potenzial und wurde wohl auch 3 Monate in Barriques ausgebaut. Allem geschmacklichen Anschein nach aber nur in der Mehrfachbelegung, denn frische Noten von Barriques kommen hier zum Glück nicht zum Vorschein. Dezente violett-lila Reflexe, lassen mich aber ein bisschen an dieser, in einem Webshop gufundenen, Angabe zweifeln.

Amphitheater von Pula
Amphitheater von Pula

>> Die Rebsorte bringt ungewohnt fruchtigen Rotwein hervor, tief dunkelrot, durchaus auch schwarz-violett in der Farbe, weshalb man sie im Friaul auch Sangue del Carso (das Blut aus dem Karst) nennt. << Im Grunde kann ich diesen Satz der Weinhalle in Nürnberg nur unterschreiben. Auch dieser Teran kommt von jener roten Erde auf Karstboden und ist angenehm fruchtig und tief rot. Direkt nach dem öffnen war er aber weniger gut, als am Tag darauf. Ein Rotwein mit feiner Säure und angenehmen Gerbstoffen, die allesamt ein wenig Sauerstoff zur Entfaltung vertragen, wenn nicht gar verlangen. Kann er gerne haben, wenn er das braucht ! An Tag zwei dann ein feines, wie frisches Potpourri roter Beeren mit Anklängen von Schwarzkirsche u.ä. gefolgt von dezenten Kräuteraromen in der Nase und auf der Zunge. Ganz dezent auch Leder und eine gewisse Erdigkeit, welche an Wald & Waldboden erinnert. Er hält sich in der Waage mit Frische und Vollmundigkeit sowie Fruchtigkeit und Eleganz. Dafür besitzt er eine jugendliche Frische und schöne Länge.

Klassisches Beispiel einer Rebanlage im modernen Kroatien
Tallage auf Krk zwischen Risika und Garica

Ich möchte diesen Teran nicht überbewerten und befinde für mich: Alles in Allem ein schöner, interessanter und runder Wein, zu einem vertretbaren Preis. (Vor Ort circa 8 €.) Diesen Teran kann man für locker-unkomlizierte Anlässe, wie einem Grillabend, immer wieder anschaffen und auch genießen.

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