Mal gleich ganz zu anfangs: Dieser Wein-Tagebucheintrag wird im Grunde nur eine Bestätigung, von dem, was man auch aus dem Internet über diesen Rosé-Champagner erfahren hätte. Zum Glück gibt es aber ein wenig Wissenswertes über die Herkunftsregion anbei, das ist auch ziemlich interessant !

Worum es geht? Den ‘La Framboisine’ Brut Rosé Champagner aus dem Haus ‘Ambroise-Laurent‘. Ein Recoltant Manipultant – also quasi ‘Winzersekt’ – aus Courteron. Einem Ort, welcher im südlichen Bereich der Côte des Bar liegt. Côte des Bar ?
Ja, offiziell eigentlich Côte de l’Aube. Wirklich viel konnte ich weder über den Wein noch das mehr oder weniger und vor allem mir unbekannte Weingut bzw. die Winzerin oder den Winzer herausfinden.

Die Côte des Bar ist die südlichste Region der Champagne, welches nebenbei nochmal bemerkt die nördlichste Weinbau-Region Frankreichs ist. Jedoch ist dieser Teilbereich fern vom nördlichen und größeren Teil der Region und sogar südlicher als der größte Teil des Elsasses. Hier werden etwa 7000 Hektar wein angebaut, auf denen in etwa 25% der gesamten Erntemenge der Champagne gelesen werden. Courteron liegt im Département Aube und ist manchem Champagne-Freund eventuell auch vom Bio-Weingut Fleury bereits bekannt. Ein ‘Weinort’ im wahrsten Sinne, denn hier kommen laut wikipedia France auf jeden Winzer nicht einmal 4,5 Einwohner – 2 Dutzend Weinbaubetriebe und kaum mehr als 100 Einwohner. Solch eine Statistik ist mir auch selten aufgefallen. Nun gut, viel interessanter finde ich eigentlich, dass man hier nicht den typischen Kreide-Untergrund findet, sondern viel mehr Mergel mit lediglich dünnen Kreideschichten. Ursache: Die Côte des Bars liegt auf bodentechnisch auf dem Gebiet des Oberen Jura, welches das älteste Untergrundgestein der Champagne.
Anderes interessantes Detail: Hier werden größtenteils Pinot Noir-Reben bewirtschaftet – ~ 85%, das ist wohl sehr eindeutig, wer hier der Star ist.

Laut Christoph Raffelt entstehen hier gern lebendige, duftige und teils fruchtige Weine mit fein-nussigem Geschmack.

Die Weinberge an der Aube sind heute vor allem die Spielwiese der Winzer und wer Weine weit abseits des Mainstreams sucht, ist hier wunderbar aufgehoben.

Christoph Raffelt

Sehr zu empfehlende Lektüre gibt es 3 Artikel:
Nr. 1: Die Champagne und das Pariser Becken – ein Blick auf das Wechselspiel von Rebsorten und Böden (C. Raffelt)
Nr. 2: Trendgebiet Côte des Bar ! (Daniela Dejnega)
Nr. 3: Champagne – Vol. 11 – Côte des Bar: Von Bar-sur-Seine nach Les Riceys (C. Raffelt)

So Ursprung geklärt. Auf zum Champagner selbst ! ‘Wir haben’ einen Brut Rosé Champagner Cuvée “La Framboisine” von Ambroise Laurent. Soweit so ‘?’
Dieser Rosé welcher über wohl eine kurze Standzeit (“..macération de la pellicule noire du raisin et la pulpe de celui-ci..”) zu dieser wie ich finde, absolut tollen und klaren rosanen Farbe kommt. Diese kräftige pinke an Himbeer-Limonade oder Fassbrause erinnernde Farbe ist trinkanimierend ohne Ende ! Die Bläschen im Glas sind zwar sehr gleichmäßig in Größe und beim Eingießen in Ihrer ‘Verweildauer’, könnten aber ein wenig feiner / kleiner sein. Das ist aber nicht maßgebend.

Ich finde der La Framboisine zeigt zwar ersten Ansatz Aromen von kleinen roten Früchten und dann sich durchsetzende Aromen von Himbeeren – ganz dem Namen nach -, welche sich aber auf einem wirklich ‘sehr zarten Niveau’ befinden. Er wirkt definitiv jung und erfrischen und bringt die trink-Animierung bis in die Kehle. Der geht mit etwas Trinklaune runter wie nix ! Im Abgang ist er frisch, zurückhaltend und rund – ein leckeres und wunderbar kurzweiliges Vergnügen. Entspannung pur !

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