Am Sonntag den 05. Mai 2019 fand die Jahrespräsentation des Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter e. V. in der Kelterhalle des Weinguts Bürgerspital zum Heiligen Geist statt. Nachdem ich die K&U Hausmesse 2019 an den zwei Tagen zuvor nicht besuchte bzw. nicht besuchen konnte, musste ich ja gezwungenermaßen mir einmal die dort präsentierten Weine ‘ansehen’ gehen. Ich war das erste Mal bei einer VDP.Franken Präsentation und bin ex tempore und unvoreingenommen zu dieser Verkostung erschienen, was genauso sinnvoll, wie schlecht vorbereitet zugleich war.

Kelterhalle des Weinguts Bürgerspital zum Hl. Geist

Ich gab also meine 20€ plus Glaspfand ab und schoss erstmal ein Bild vom ziemlich gut gefüllten ‘Saal’. Es war circa 15 Uhr und proppenvoll – nicht ganz unerwartet, da diese Präsentation nur an einem Tag stattfand und das auch nur für volle 4 Stunden .. was im Grunde zu wenig ist, wenn man sich dann doch hier und da ein wenig über die Arbeit der Winzer unterhalten mochte. Ich ging eine Runde und schaute mich ein wenig um, kannte aber nur ein halbes Dutzend Personen aus der Weinwelt und ebenso viele Winzer, aber auch nur, weil man sich schon diverse Male über den Weg gelaufen ist. Die einzigen zwei anderen ‘Schreiber’ bzw. Blogger, die ebenfalls anwesend waren, waren Chez Matze, den ich leider nicht antraf, und Felix Bodmann alias ‘Der Schnutentunker‘. Letzteren fragte ich noch um eine Empfehlung , welche ich dann nicht aufsuchte, weil es unglücklicher Weise am Stand zum ‘falschen’ Zeitpunkt zu voll war und mir die Zeit weggelaufen war. Das ist dann unglücklich bis dusselig, dann brauch ich auch nicht um Rat fragen. Das wird beim nächsten Mal mehr beherzigt.

Den ersten Tropfen lies ich mir beim Weingut Egon Schäffer aus Escherndorf am Main ins Glas füllen. Es gab einen Weissburgunder vom Escherndorfer Fürstenberg. Ein feiner Tropfen, mit einer gewissen Kühle, leckeren Würze und dezenter Machart. Dieser Weissburgunder erinnerte mich auch ein wenig an den 2016er Mosel WB meines Bruders. Hat mir gefallen, würde ich zweifelsohne auch weiter empfehlen. Ein kurzes Hallo an Nicole Retter (wein-plus.eu & sommelier-union.de) war noch drin, dann ging’s weiter.

Junior Chef Philipp Luckert präsentiert die Weine des Zehnthof Luckert

Nächste Station war das Weingut Zehnthof Luckert aus Sulzfeld am Main. Ich probierte, wenn ich mich nicht irre, den Silvaner -Alte Reben- und den/einen Spätburgunder. Luckerts machen sehr klassische Weine, die, wenn alles passt, gerne einmal Ihresgleichen suchen. An dem Tag fand ich die minimal zu niedrige Raumtemperatur nicht wirklich zuträglich. Den Silvaner hab ich mir ohne persönliche Wertung nicht gemerkt, dafür aber den Spätburgunder aus französischen Barriques. Dieser hatte für mein Empfinden eine wirklich schöne und internationale & sehr klassische Aromatik – mit französisch-fränkischer Handschrift. Fand ich angenehm und würde ich freilich auch weiterempfehlen.

Benedikt Baltes Weine vom Buntsandstein aus Churfranken

Danach gings zu Benedikt Baltes, wo ich Ende Mai 2019 nochmals zu Gast sein werde. Aber ich wollte schon einmal ‘vor schnuppern’ um ein wenig vorbereitet zu sein. Eine, wie ich finde, sehr erwachsene Art von Rotweinen, die da geschaffen wurde. Nicht zu unrecht werden diese Spätburgunder und Co hoch geschätzt. Leider hat mir Zeit und Muße gefehlt um die Weine wirken zu lassen. Wer mir aber gefallen hat, war der inoffiziel ausgeschenkte 2014er Klingenberger Spätburgunder sowie der Bland de Noirs. Beides sehr feine Spätburgunder, auch wenn es zwei eigentlich grund verschiedene Weine sind. Dennoch Geil !

Weißweine des Weinguts Störrlein Krenig

Auf Baltes folgte das Weingut Störrlein Krenig aus Randersacker – dem ersten Weinort flussaufwärts kurz vor Würzburg. Mich überzeugten tatsächlich vor allem der 2016er Riesling GG vom ‘Randersacker Sonnenstuhl’ als auch der Blanc 2018. Der Riesling zeigte mit dezent steigender Temperatur seine Klasse schon recht eindrucksvoll. Ein wirklich feiner Wein, den ich mir persönlich auch gern in den Keller legen würde, denn sowas kann man immer gebrauchen ! Nicht zu jung & nicht zu alt, feine Reifenoten gepaart mit dezent klassischer Riesling-Fruchtigkeit. (Steinobst etc.) Der Blanc von 2018 hingegen war da schon um einiges jugendlicher und offensiver unterwegs, aber mit einer gewissen exotischen Fruchtigkeit, die mir mit Ihrer Art und Intensität definitiv Spaß machte !

Eines der drei großen Würzburger Weingüter – Das Juliusspital.

Beim Weingut Juliusspittal gabs für mich anschließend ein paar Nivellierungsweine, wenn ich das so sagen kann bzw. darf. Unter anderem einen Muskateller mit 22g RZ und schöner Fruchtigkeit. Ein Wein für Touristen und Freunde von überdurchschnittlich guten restsüßen Weißweinen. Vorher gab es aber noch einen Silvaner der klassischen Sorte, welcher aber aus der Masse der Qualitäten nicht hervorzustechen vermochte. Trotzdem lecker – keine Frage !

Als vorletztes war ich dann beim Dettelbacher Weingut Glaser Himmelstoss, die nicht nur ein sehr sympathisches, junges Team vor Ort hatten, sondern auch die scheinbar, und für mein Empfinden ebenfalls, spannendsten Weine, die ich an diesem Tag probiert habe. Scheurebe – fein, fein-fruchtig, aber auch elegant und ziemlich lecker. Silvaner – schön klassisch, aber auch nicht langweilig, sondern mit einer gewissen Rafinesse, bei der man sich diesen Tropfen gern etwas genauer zu Gemüte führen würde. Spannendste Flasche am Stand war der Grauburgunder mit circa einem Zwölftel/Dreizehntel Maische vergorenem Grauburgunder. Ein Wein den so nicht viele klassische Weingüter machen und wenn, dann nicht gern offen kommunizieren, da einem für soetwas das Gegenteil von positiver Beachtung zu Teil werden könnte – warum auch immer. Interessante Experimente werden gefühlt lieber erst herausposaunt, wenn es dann wirklich was beachtliches geworden ist, so dass man sich im Weingut definitiv nicht mehr verstecken muss … wie dem auch sei – das Ding ist ziemlich gut geworden ! Ein Tipp aber noch: Riesling von Nordheimer Vögelein – einfach toll gemacht ! Kein GG oder ähnliches, sondern Erste Lage für sehr angenehme 14,50€/Fl. und das mit wirklich viel Geschmack und wunderbar eingebundenem nicht zu verachtendem Alkoholgehalt. (14,5%, nach Aussage des Teams, von der Angabe habe ich leider kein Beleg, aber Vertrauen dafür) Alles in Allem: Geile Weine aus Dettelbach !

Parallel und auch zu guter Letzt war ich dann beim Weingut Zur Schwane aus Volkach am Main. Die Scheurebe fande ich für mich persönlich schon sehr fruchtig, vielleicht auch etwas zu fruchtig. Der Traminer hingegen war da schon etwas gemäßigter und ausgesprochen zugänglich mit einem gewissen Spaßfaktor behaftet – warum auch nicht. Am besten hat mir hier jedoch der Silvaner GG ‘Am Lumpen 1655’ gefallen, der ähnlich dem Störrlein Riesling, sich von einer sehr erwachsenen und elitär wirkenden Seite gezeigt hat. Ein spannender wie leckerer Silvaner der gehobenen Klasse, keine Frage. Eine klare Empfehlung finde ich.

Meine persönlichen Highlights und Favoriten waren vor allem die Rieslinge: 1. Riesling GG von Störrlein Krenig und 2. Riesling Erste Lage Nordheimer Vögelein von Glaser Himmelstoss gefolgt vom Grauburgunder von ebenfalls G-H. und dem Silvaner GG vom Weingut Schwane.

Alles in Allem eine doch angenehme Veranstaltung, die ich ggf. gern wieder aufsuchen werden! Schaden kann’s nicht!

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