Beim letzten Italienbesuch gings zum zweiten Mal an den Gardasee. Unter anderem machten wir Halt an einer wirklich sauber, aber deswegen nicht weniger individuell, gestalteten Pizzeria. Wir brauchten ein Abendessen nach einem ‘anstrengendem’ Tag in Verona und am Gardasee. Während der Wartezeit in der Pizzeria Extrò habe ich mich ein wenig im Laden umgesehen und dabei auch ein paar echt fein wirkende Produkte gesehen/gefunden. Ganz nebenbei bemerkt, war die Pizza echt gut und kann nur weiterempfohlen werden. Die Pizza-Auswahl fand ich klassisch, aber nichts desto trotz sehr gut und nicht öde !

Es gab nebst diversen Bio-Produkten auch Pasta secca, unter anderem von der Molino Rosso aus Buttapietra, circa 10 Auto-Minuten südlich von Verona im Veneto. Von der Fabrik bis zum Laden sind es nur knapp 30km, was so vorbildlich ist, da auch in Italien kurze Wege nicht das aller oberste Credo sind, wenngleich mehr als bei uns hier in Deutschland oder mehrheitlich flachlandigen Ländern. Die Penne bestehen klassisch aus Hartweizen Grano Duro.

Penne verdure - Bio Pasta Antico Molino Rosso

Genommen habe ich sie nicht nur weil sie Bio-zertifiziert sind, sondern auch eine tolle mittelgroße Machart hatten. Zu kleine Penne passen zwar gut auf Gabel bzw. Löffel, aber großteilige Pasta hat, finde ich, auch seine Vorzüge.
Ich nahm also eine Packung zum Ausprobieren mit und jetzt war es auch so weit. Ich machte 2 klassische Gerichte, wie sie u.U. auch italienische Genießer essen würden. Eine Pasta mit sautierten Bio-Tomaten, dezent gerösteter Bio-Aubergine und ein wenig Scamorza. Es fiel mir auch sofort auf, dass man die Angabe der Kochdauer in Deutschland gegebenenfalls doch um 1-2 Minuten überziehen sollte, da die Nudeln sonst doch etwas mehr al dente sind als nötig.

Die zweite Zubereitung gab es als sehr klassisch gemachte Variante al pomodoro mit gut 300g frischen und aber auch stark konfierten / reduzierten Tomaten. Eine stark umami-lastige Pasta mit etwas Olivenöl zusätzlich oben drauf. Eine Variante, die man so auch für gutes Geld ‘an die Frau bzw. den Mann bringen könnte’. Die Pasta überzeugt auf fast ganzer Linie. Konsistenz toll – Biss sehr gut, Aroma (im ungewürzten Zustand probiert) rund-lecker-gut, wobei man da heutzutage auch fast nichts mehr falsch machen kann, sei denn man würde eklatant schlechten Weizen verarbeiten. Einziges Manko: Die Pasta-Bruchgefahr ist etwas höher als gewünscht. Es bricht doch die eine oder andere Nudel schon beim kochen auseinander. Da ist Vorsicht beim umrühren während des Kochens angesagt.

Die Oberfläche ist vor allem Innen schön rau, was immer vorteilhaft ist, da so mehr Soße an der Pasta haften bleibt. Auch wenn die Pasta etwas über 3€ gekostet hat, finde ich den Preis vollends gerechtfertigt und würde sie jederzeit wieder kaufen. Eigentlich gibt es keine Gründe, dass man solche Nudeln auch in Deutschland regional herstellt. Leider gibt es aber scheinbar bei Barilla-/Buitoni-Dauer-Dumping-Preisen bzw. Angeboten zu wenig Nachfrage nach solchen Produkten, leider eigentlich, denn das würde auch den heimischen privaten Speiseplan erweitern.

Wenn ich wieder einmal in der Nähe von Verona bin, werde ich die Augen nach diesen Nudeln offen halten oder direkt einmal in Buttapietra anhalten & etwas mitnehmen.

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