Im Januar 2019 waren meine Freundin und ich im Piemont. Und wie das erste Bild schon verrät, waren wir eine Woche Ski fahren ! Eine der schönsten Nebensachen der Welt, zumindest in meinen Augen ! Wir genossen einen klasse Aufenthalt mit feinen Menüs am Abend und herrlichem Ausblick tagsüber. Der große Berg in der Mitte ist der Monte Leone 3553 m.ü.M. Der Berg rechts daneben ist eventuell das Tochuhorn von Osten gesehen. Eine tolle Ecke des Piemonts, wie ich finde. Hier kann man viel Zeit verbringen und diverse Aktivitäten oder vieles Kulinarisches genießen. Ich selbst war schon sehr häufig mal hier in der Provinz Verbano-Cusio-Ossola.

Weil Skifahren aber nur ein Teil ist, suchte ich am Ende der Reise noch die lokale Vinothek der Cantine Garrone – also des Weinguts Garrone – in Domodossola auf um mir ein oder zwei lokale Weine mitzunehmen. Zum Glück hatte die Cantine auch Samstag mittags geöffnet gehabt. So konnte ich unter anderem den Baloss 2018 mitnehmen. Ein scheinbar recht simpler Pinot Noir aus dem Ossolatal, durch welches sich der (oder die?) blaue Toce bis in den Lago Maggiore windet.

Auf Nachfrage wurde mir gesagt, dass dieser leider der letzte Jahrgang des Weines, aus den inzwischen ehemaligen Reben, gewesen ist.

” Der ist Baloss ein 100% Pinot Noir aus einem einzigen Weinberg in Trontano. Die Gesamtproduktion beträgt lediglich circa 600 Flaschen pro Jahr und ist daher sehr begrenzt.

Der Weinberg wurde 2018 gerodet (somit im letzten Jahrgang 2018 vinifiziert), daher ist er ein sehr seltener Wein. ” Cantine Garrone, Domodossola

Nahe Trontano sieht man im Grunde an jeder Ecke Wein wachsen. Hier ist es warm und es regnet im Sommer teils viel und andauernd, wodurch quasi alles prächtig gedeiht. Bei über 1000mm Niederschlag im Jahr und ziemlich angenehm warmen Sommertemperaturen könnte man sogar ganz andere oder Pflanzen erfolgreich kultivieren. Von welchem Weinberg diese Spätburgunder tatsächlich kam, konnte man mir bisher leider nicht sagen / schreiben. Wer etwas über das ‘Weingut Garrone‘ wissen möchte, sollte das lesen ! Vater der Trauben ist Oreste Margaroli, soweit ich das mitbekommen habe. Der Wingert bzw. die Weinlage in Trontano circa 500 – 530 m.ü.M. selbst soll wohl Namensgeber des Weines sein.


Nahe Trontano

Die im Untergrund sehr grob steinigen und auch durch die Lage am gut belüfteten Übergang vom Val Vigezzo zum Val d’Ossola recht trockenen und gut durchlässigen mehrheitlich Gneis- und Granitböoden und die Exposition gen Westen sorgen in Kombination mit dem hier mehr als ausreichend fallendem Regen für eine wirklich gute Entwicklung und konstant gute Reifung der Trauben.

Aber soviel sei gesagt: dieser Pinot noir wurde mit der Hand gelesen und nicht großmaschinell bearbeitet. Hier hätte ich aber auch nichts anderes vermutet ! Es wurden gezielt / selektioniert nur vollreife und gesunde Trauben verarbeitet. Nach dem Anquetschen der Beeren, stand der Wein nicht ganz eine volle Woche lang auf der Maische und wurde anschließend im Stahl vergoren und etwa ein Jahr im Eichenfass ausgebaut.

Dem Geschmack nach gehe ich von mehrfach belegten oder ungetoasteten Fässern aus. ‘Die Nase’ des Baloss kommt sanft, harmonisch und angenehm fruchtig nach roten Waldbeeren daher. Die 13,5% alc. merkt man ihm tatsächlich kaum an. Im Grunde ist das hier nichts Aufregendes, nichts extra besonders Tiefgehendes, aber definitiv etwas ziemlich süffiges, mit mittlerem aber reifem Körper und nicht ganz trockenem Ausbau, das schmeckt man eindeutig.
Irgendwas um 3g Restsüße wird der Baloss denke ich noch haben. Das kaschiert auch ein wenig die Tannine, welche durch das Holz und die eher kurze Maischestandzeit ohnehin schon nicht wirklich griffig, sondern weitaus sanfter und zurückhaltender rüber kamen als vorher gedacht. Ein wirklich schöner klassischer Alltags-Wein aus dem nördlichsten Weinanbaugebiet des Piemonts ! Immer gerne wieder! sage ich da.


weitere Quellen:

https://www.intravino.com/primo-piano/quante-buono-il-prunent-della-val-dossola/

http://www.winereport.com/winenews/scheda.asp?IDCategoria=11&IDNews=1030

Schreibe einen Kommentar