Es begab sich im Sommer 2019, als ich meinen Großeltern eine kleine Donaufahrt ermöglichte und diese dann natürlich auch passend bis zum An- und Ableger nach Passau fuhr.
Und da ich als Tauberfranke nun eben selten so nah an der deutsch-österreichischen Grenze bin, nutzte ich den Moment, um kurz im SPAR in Oberkappel ein paar ‘Dinge’ / Leckereien zu kaufen, welche ich so ‘easy peasy’ nicht bei mir vor Ort bekomme.

Einmal die Grenzregion erkunden hat auch tatsächlich etwas. Man ist irgendwie befriedigt und froh, hin und wieder einmal unbekannte Ecken in wohl bekannten Staaten / Ländern zu besuchen bzw. besucht zu haben. So auch da. Ich selbst war vorher nur in Passau direkt, aber nicht im Grenzgebiet und auch nicht in der nördlichsten Ecke von Oberösterreich.

Klar, was nimmt man da so mit. Freilich: Klassiker ! Also ein Liter der besten Milch und 1 Stück der besten Butter, ein paar Süßgebäcke und natürlich eine Flasche Wein. Da steht man dann da und denkt sich, da muss doch etwas Gescheites dabei sein. Dann schaut man ins Regal und findet größtenteils die klassische und wirklich extrem austauschbare LEH-Ware, die selten über die 4,99 € / 5,99 € hinaus kommt. Von den Weinen, welche dann doch zu den obersten 20% gehören, hofft man, dass der Inhaber bzw. Category-Manager etwas Ordentliches eingekauft hat. Das muss aber nicht immer so sein, auch wenn es danach ausschaut.

Hier dachte ich: > Ok. Der SPAR hat was auf Lager! < Denn die Weine des Weinguts Rabl schauten auf den ersten Blick nach guter Qualität vom handwerklich sehr gut arbeitenden Winzer. Was das handwerkliche angeht, kann ich zum Weingut jedoch nichts sagen und wollte mich auch diesmal im Nachhinein nicht informieren. .. dazu später mehr bzw. das klärt sich von allein.

Ich muss sagen, dass meine Erwartungen an diesen Wein innerlich irgendwie ungerechtfertigt hoch waren. Ich glaube im Nachhinein, dass das für alle Beteiligten eher nachteilig war. Ein Wein, welcher auf Terrassen wächst und für unter 10 € angeboten wird, kann auch nicht nach einem Wein schmecken, der schon ab Hof 15 € kosten würde. Da hab ich dem Wein wohl ein wenig Unrecht getan, das ist aber menschlich.

Der Grüne Veltliner für diesen Wein soll auf verschiedenen Terrassen um Langenlois wachsen. Ganz nebenbei bemerkt soll Langenlois die größte weinbautreibende Gemeinde Österreichs sein. Wo sich diese Terrassen genau befinden, kann man am besten wahrscheinlich nur vor Ort herausfinden. Also sei es drum, dann kann ich das wohl nur so hinnehmen. Der Boden ist etwa zu 70% Löss und zu 30% Urgestein. Für Laien und oft auch Halblaien ist das im Grunde nur ‘nice to know’, da man damit eh nichts anfangen kann. Für mich fast ebenso, da mir hier eindeutig ein Vergleich fehlt und ich einfach noch zu wenige Weine aus Österreich und vor allem dem Bereich um die Donau vor Wien getrunken habe. Ich konnte quasi gar nicht anders, als genau diesen Wein zu kaufen um ihn einmal ‘auszuprobieren’.

Egal wo ich im Internet nach Informationen zu diesem Wein gesucht habe, fand ich wenig Stichhaltiges, aber viel umschmeichelnde und lobende Worte. Manchmal schmälert das ein wenig die Glaubwürdigkeit der ganzen Sache.

Also in der Nase hab ich bei diesen Wein auf jeden Fall einmal Ananas bemerkt. Noch nie war mir Ananas so deutlich aufgefallen, wie bei diesem Wein. Ansonsten war da noch ein wenig Gelbfruchtigkeit nach Marillen, ein wenig reifer Apfel und minimal Zitrus. Ich würde ihn als wenig mineralisch, mit guter Säure, schön trocken und mit relativ unscheinbaren 12,0% alc. beschreiben. Auf der Zunge war der im Stahl ausgebaute Weißwein für mein Empfinden jedoch weit weniger ausdrucksstark, als in der Nase, was nicht per se negativ sein soll. Nichts desto trotz war er elegant, gut ausbalanciert und moderat süffig, wie saftig und schmelzig. Beim normalen Endkunden wahrscheinlich so ein ‘Everybodys Darling’ – könnte ich mir vorstellen. Gut gekühlt, war er aber auch sowohl im Mund als auch in der Nase eher zurückhaltend. Ich fand, dass diesem Wein die 8°C – 12°C am besten haben aussehen lassen. Der Abgang war mittel lang und nicht außergewöhnlich. Insgesamt klingt das zwar positiv, er war aber doch nicht ganz so ausdrucksstark, wie sich das hier liest. Mir hat da ein wenig mehr Tiefgang im Wein gefehlt.

Mein persönliches Fazit: Ein Wein von Terrassen für Terrassen.

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