Kennengelernt hatte ich Andreas Geier erstmals 2018, als ich für das Vinocamp Franken 2018 Tauberschwarz der taubertäler Winzer gesammelt hatte. Jetzt verschlug es mich erneut nach Königheim im bzw. beim Taubertal. Denn in diesem Seitental des Taubertals fließt der Brehmbach. Brehm ist althochdeutsch breme und bedeutet Brombeere – also am Brombeerbach sozusagen.

Ich war bei Andreas Geier um seinen Sekt von der Scheurebe, welcher wirklich überdurchschnittlich gut ist, für eine Veranstaltung zu besorgen. Also dachte ich mir, kann es nicht schaden mal ein paar Flaschen einzupacken.

Meine Entscheidung fiel auf Nachfrage beim Chef auf einen trockenen Kabinett Weissburgunder von 2018. Ich wollte wissen wie ein trockener Weissburgunder schmeckt, der auch im Taubertal beachtet werden möchte.

Königheim besitzt, wie die meisten taubertäler Weinorte, nur eine Lage: den Königheimer Kirchberg. Keine besonders spektakuläre Lage, aber eine der wenigen großen, abseits des Haupttals der Region. Und von dort kommt auch dieser trockene Weißwein mit vollen 12 Umdrehungen. Bevor es aber um den Wein selbst geht erkundige ich mich zumeist, wie es denn um die Ökologie bei der Arbeit des jeweiligen Winzers bestellt ist. Klar ist, Andreas Geier ist wie die meisten Winzer des Taubertals nicht Bio-zertifiziert. Das muss aber nicht bedeuten, dass man dann zwangsläufig mit der Chemiekeule durch die Zeilen geht oder fährt.

Andreas Geier versichert seit 1999 keine Insektizide und Kupfer’ mehr und seit 2016 auch keine Unkrautvernichter mehr zu spritzen. Die Weinberge werden mit eigenem Kompost gedüngt. Dabei kommt ganz klassisch Rinder- und, für diese Region ebenfalls urtypisch, Pferdemist sowie Apfel- und Traubentrester zum Einsatz. Erst nach 3-jähriger Verrottung wird der Kompost ausgebracht. Wie lange eine optimale Verrottungsdauer ist, weiß ich selbst jedoch überhaupt nicht. Aber diese Praxis klingt schon ökologischer, als man es hin und wieder aus Vorzeige-Weinregionen per Skandal erfährt. Beispiel 1 / Beispiel 2

Zum Wein: Er wurde händisch gelesen, entrappt, kurz auf der Maische stehen gelassen, gepresst und ins Stahlfass gelegt. Die Klärung erfolgte per Kaltsedimentation und die Gärung bei minimal gezügelter Temperatur um 18°C mit anschließender mehrmonatiger Lagerung auf der Feinhefe. Andreas Geier versprach einen interessanten wie angenehmen Weissburgunder, der mit dezenter Restsüße zu überzeugen versucht. Also gut, her damit !

Ich besorgte mir eine Gorgonzola-Walnuss-Pizza für diesen Wein, da ich bemerkte, dass er, obwohl er trocken ist, doch frischer und gefühlt etwas frucht-süßer daher kommt, als ich es mir anfangs vorgestellt hatte. Ich konnte außerdem feststellen, dass diese Kombination tatsächlich wirklich ausgesprochen gut passte. Man kann freilich viele passende und leckere Kombinationen finden, aber diese war für den 19.06.2019 bei knapp über 31°C eine, der man den Vorzug geben musste.

Die Aromen dieses Weißburgunders sind die eigentlich ganz klassischen, leicht nussigen und dezent feinfruchtig-pfeffrigen Nuancen, gepaart mit einer feinen aber strammen Wucht von Wein und einer gewissen ätherischen Ader. Eine Ätherik die auf eine eher würzige und kräftige bzw. derbe und weit weniger duftend-parfümierte Art daherkommt. Auch ein wenig grüner Apfel ist mit von der Partie, ein Klassiker. Dieser Weissburgunder hat sowohl eine feine und weiche Seite, als auch eine Kräftige. Er beginnt in der Nase dezent und fein, verstärkt und vergrößert sich geschmacklich im Mund und endet mit einem kräftigen Abgang. Ich finde den Nachhall erstaunlich lang und er scheint gefühlt kaum ein Ende zu kennen. Zwischen zwei Schlucken mit einer etwas größeren Pause, verspürte ich noch eine feine mineralisch anmutende Salzigkeit mit Aromen eines mediterranen Kräutergartens. Es ist wirklich erstaunlich – und lecker, auch wenn mir 1-2g Restsüße weniger mehr gefallen würden. Ich glaube dieser Weisse Burgunder trifft den Geschmack vieler Weintrinker ins Schwarze!

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