Es war der 8. Oktober 2018 als ich auf der Webseite von Vinum an einer, von Ludwin von Kapff initiiertem, Verlosung von angeblich 1000 Flaschen Magnifico Fuoco 2017, aus der in Deutschland überaus präsenten Rebsorte Primitivo, teilnahm. Und in der zweiten Kalenderwoche 2019 war es dann schon soweit, ein Gewinn kam ‘ins Haus geflattert’. Mensch, das ging aber rasch, hätte ich im Grunde schon gar nicht mehr für möglich gehalten, aber nun gut- her damit.

Zur Rebsorte Primitivo muss man nicht viel sagen, der Name steht für sich allein und das reicht aktuell vollends aus, leider.

sogar mit grobem Fehler – Vimum Gewinnspiel .. tzz

Wer den Copy & Paste Text der Gewinnspiel-Verlinkung gelesen hat, weiß inzwischen auch zu 95%, was die Damen* und Herren* auf Instagram zu Ihren vollen 9 Flaschen der ‘duften’ und recht jungen Flasche Primitivo geschrieben haben. Im Grunde ist es erbärmlich, da alle relativ viele ‘Likes’ für Ihre Posts bekommen haben. Ich finde es traurig.

Alle Flaschen sind geschlossen und am 18. März 2019 hat der Post mit den meisten Likes (476) vom 6. Februar 2018 folgendes abgesondert: ” ❣ Werbung ❣ Dieses Produkt wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt 💌 Vielen Dank : @ludwigvonkapff ♡ Das ist mein gewinn 🎁 “
.. den anschließenden C&P teil weggelassen, zum Glück !

Leider frisst die Online-Gefolgschaft (Community wäre mir persönlich zu positiv formuliert) so ziemlich jeden Mist. .. wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt … ?? Du hast doch nur etwas gewonnen ! gewinn klein ?? Grammatik !

#ludwigvonkapff auf Instagram

Bei diesem 2017er “Magnifico Fuoco Primitivo” handelt es sich allem Anschein nach um einen gezielt georderten Wein mit extrem guter Marge. Nicht nur, dass 1000 Flaschen verschenkt wurden, nein, jedem Beschenkten, mindestens, wenn nicht sogar noch jedem Newsletter- Abonnenten, wurde zusätzlich das Angebot 6+6 bzw. 12 bekommen, aber nur 6 zahlen unterbreitet. Klar dass da ein Flaschenpreis von 12,95 € sehr Gewinn-orientiert und mit ausreichend Menge in petto kalkuliert sein muss, anders ergäbe das ja alles auch gar keinen Sinn. Eine Cash-Cow mit zu wenig Menge.. oder gar keine Cash-Cow mit viel Menge .. wäre nicht sinnvoll. Ich gehe stark davon aus, dass dort bei ausreichend Absatz, die Rechnung für den deutschen Import(e)uer sehr gut aufgeht.

Wie ich finde, ist auch ein sehr klares Indiz dafür, dass es sich um einen im recht großen Rahmen hergestellten Wein handelt, dass die Weinbeschreibung, welche man unisono findet, mehr als wohl klingend formuliert ist. bspw.: “ein vollmundiger Rotwein […] mit feinen würzigen Aromen”, “Nur die allerbesten Trauben wandern in diesen Ausnahme-Primitivo ..”, “.. kräftiges und vielschichtiges Bukett ..”, “.. konzentrierte Frucht gleicht der Kraft des Feuers ..” und vor allem “Weich und voll im Geschmack mit einer Tiefe, die kaum zu enden scheint, ist dieser Rotwein ein meisterhaft gekeltertes Gedicht zu einem sensationellen Preis!” .. sind nur aus dem 1. von 3 Absätzen der Lobeshymne. Quasi eine ideale Beschreibung, wie im Tele-Shopping zur Primetime.

Weiterhin haben auf der Händlerseite 13 von 14 Meinungen dem Wein volle Punktzahl attestiert und nur eine 4 von 5 Sternen. Solche Überflieger gibt es, nach meiner Wahrnehmung, eigentlich mehr als selten.

Es wird zwar von ‘Marco Flacco’ dem Winemaker des Weines geschrieben, aber wenn man versucht im Internet etwas über den Wein herauszufinden, findet man im Grunde nichts, aber auch gar nichts. Beim Abfüller am wenigsten.

Mein Pairing bestand aus ‘selbst belegter Pizza’ ohne Schnörkel, was auch nicht optimal gepasst hat, was die Qualität des Weines aber auch nicht wirklich gemindert hat.

Klar, keine Frage – reife dunkelrote Beeren, wenn nicht gar überreife, begleitet von einem dezenten Acetonton, welche entweder von der Überreife her rühren kann oder eventuell sogar ein minimaler Mannistich ist. Grund bzw. Ursache sind unbekannt. Fruchtaromen sind eher im Bereich Dörrobst anzusiedeln. Er hat normale würzige Noten und wirklich dezent Vanille im Aroma. Auf der Zunge ist er nicht übermäßig adstringierend und mit mittellangem Abgang. Er ist minimal bitter und brandig, was aber auch als Charakter und Würze oder Kraft des Weines interpretiert werden kann. Was auffällt sind aber die 10g Restsüße/l und die 14,5% Alk.

Alles in allem eine ansprechend gestaltete Ausstattung, auf dem passenden Niveau des Preises, welcher für den LEH bzw. große Online-Händler gemacht ist, als wie ich finde ‘Pseudo-Premiumwein’. Geschmack ist ausbaufähig bzw. die Angabe der Lagerfähigkeit ( bis zu 4 Jahre) sollte eventuell überarbeitet werden. Leider ist die Weinbeschreibung um einiges vollmundiger als der Wein selbst, denn dieser will sich bei mir nicht ganz so präsentieren wie erwartet. Von daher geht da sicherlich noch was bei dem Wein. Für mich genügt dieser Flasche vom Primitivo di Salento vollends.

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