Als ich diesen Sommer bei Paul Weltner & Familie & Team war, durfte ich auch den ‘la granacha’ von 2016 probieren.
Der Wein war mir bis dato unbekannt, sowie das ganze Projekt, aus dem er entstand bzw. entsteht. Diese Rotwein Cuvée kommt aus dem Süden von Frankreich, genauer von den Côtes-du-Rhône Villages aus Signargues. Für mich war und ist dieser Ort nicht wirklich lokalisierbar. Ich gehe aber davon aus, dass Signargues irgendwo zwischen Domazan und Vaujus – besser gesagt Rochefort-du-Gard – liegen muss. Aus Sicht eines Freundes von Steillagen- und Terrassen-Weinen sind solche flachen und kargen Weinlandschaften eher ein Graus, als das Shangri-La des Weinbaus. Ein wenig trostlos schaut es dort schon aus, könnte man behaupten, wenn man es nicht besser wüsste. Die verantwortlichen Personen für diese Kreation sind der Winzer Denis Deschamps und Mitschöpfer Eric Solomon.

Zurück zum Wein ! Ich bin immer auf der Suche nach den Wurzeln – dem Ursprung der Produkte. Bei diesem Wein, war es nicht ganz einfach. Das Weingut, welches letztendlich für den Wein verantwortlich ist, sollen die Domaine d’Andezon und Les Vignerons d’Estézargues sein. Aber die Trauben kommen von 10 Winzern der Region des südlichen Vallée du Rhône. Diese Winzer haben sich zu einer kleinen, feinen Genossenschaft zusammengeschlossen um diesen Bio-Wein auf die Flasche zu bringen. Das Projekt ‘la granacha’ soll im Jahr 2000 ausgearbeitet worden sein. Der Name des Weines soll eine Anspielung auf die Aussprache den spanischen Ursprung der Sorte Grenache in dem dortigen lokalen Dialekt sein. Dieser Rotwein ist eine Cuvée aus eben dieser lokal weit und viel verbreiteten Rebsorte Grenache und einem kleinen Anteil Mourvèdre. Die Reben sollen über 80 Jahre alt sein, was hier zu Lande weit weniger häufig vorkommt als da unten im Süden frankreichs. Der Wein ist wohl Terra Vitis-Bio-zertifiziert und wächst überwiegend auf Ton, Kalkgestein und Kiesel haltigen Böden – typisch Côtes-du-Rhône Villages – Böden.

Der Wein wurde klassisch von Hand gelesen, entrappt und 3 bis 4 Wochen (ohne jegliche Zugaben von Schwefel) auf der Maische gelassen. Anschließend wurde der Wein spontan vergoren und 8 Monate zur Hälfte je im Stahltank und in Fässern, natürlich aus französischer Eiche, ausgebaut. Der Wein wird weder filtriert noch geschönt abgefüllt und auch sonst wird der Wein komplett ohne etwaige denaturierende Techniken ver- und bearbeitet. Eine ziemlich runde Sache ! 🙂

Schmecken tut der ‘la granacha’ unglaublich angenehm, sanft, fruchtig und alles andere als langweilig ! Die 15,5% Alkohol fallen überhaupt nicht auf und integrieren sich wunderbar in das geschmackliche Gesamtbild des Weines. Er ist sehr kraftvoll in fast all seinen Facetten. Vor allem in der Fruchtaromatik glänzt er mit dem Duft dunkler Beeren, dezent ledrig, erdig, nach braunem oder gar dezent schwarzem Tee und dem Ausbau in Eichenfässern. Geschmacklich steht das Entertainment für die Zunge dem der Nase eigentlich in nichts nach. Die weichen aber wunderbar adstringierenden und irgendwie lang anhaltenden Tannine geben dem Wein Halt und Länge ! Nichts desto trotz strahlt er durch seine junges Alter jede Menge Jugendlichkeit und Frische aus und ist aber dennoch wirklich sehr vollmundig und für den Preis (<10€) unglaublich dicht und konzentriert im Mund. Ein toller Wein ! Ich werde bei passender Gelegenheit 2-3 Flaschen dieses Weines in meinen Keller legen. Eine wirkliche Empfehlung, ohne Frage !

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