Der eine oder andere (der uns kennt) wird eventuell wissen, dass eine Verwandschaft zwischen mir und Erik Hofmann besteht. Und für alle anderen: Erik Hofmann ist mein Bruder, welcher sein ‘Weingut’ quasi aus dem nichts heraus, als kleines Garagen-Start-up 2014 in Traben-Trarbach an der Mittelmosel, gegründet hat. Aber zum Anfang zurück: Seine Karriere im Weinbau startete er im Herbst 2006 ebenso im teils verträumten Trarbach, am Fuße all jener schönen Weinberge, welche dieser schöne Ort an der Mosel so zu bieten hat. Er schloss seine Lehre als bester Geselle seines Jahrgangs ab und legte direkt den Wirtschafter für Weinbau und Önologie nach. Die Idee zu einem eigenen Wein, hatte er freilich schon seit seinem Gesellen-Wein zum Abschluss des letzten Lehrjahres.

Er wartete ein paar Jahre und schlug beim passenden Angebot zu. Seine ersten selbst bewirtschafteten Zeilen Wein stehen im Nachbarort Wolf. Um genau zu sein, in der Steillage Wolfer Sonnenlay. Dort hegt und pflegt er seinen Weißburgunder mit Argusaugen, welcher nebenbei bemerkt schon im ersten Jahrgang phänomenal gut war. Er versucht dabei möglichst sanft und naturnah seine Reben zu pflegen und kam trotz ökologischer Bewirtschaftung im Jahr 2015 ohne ‘ Kupfer ‘ aus.

Wappen – Weingut von Null von Erik Hofmann

Sein jüngster Wein ist der 2016er Weißburgunder namens ‘ Kleiner weißer Wolf ‘ und kommt in einer kleinen / halben Flasche daher. Grund für die ‘kleine Füllung’ waren in erster Linie Wildschweine, die sich einen großen Teil der 2016er Lese schon vor Lesebeginn einverleibt hatten. Da konnte auch der Schutzzaun nicht mehr helfen. Die Zeilen links und rechts, ohne Schutzumzäunung, wurden weit weniger geplündert. Das sagt mir, dass diese Trauben entweder am süßesten oder am leckersten waren, sonst hätten die Schweine natürlich andere Trauben, die einfacher zugänglich waren, bevorzugt !

Bei mir gab es auf jeden Fall Ravioli mit vegetarischer Füllung in etwas wenig Trüffelbutter geschwenkt dazu. Keine schlechte Wahl stellte ich fest, da man natürlich bei Trüffel minimal aufpassen sollte. Aber der in den Jahren zuvor recht harmonische, aber auch verspielte, junge, leicht fruchtig frische und leicht pfeffrige Weißburgunder kommt im kleinen weißen Wolf sanfter daher. Es wird wohl am Einsatz der aus dem nord-östlichen Baden-Württemberg stammenden Hohenloher Eiche Chips liegen. Hier wurde gezielt und dezent gutes Eichenholz eingesetzt um dem Wein etwas Abrundung zu verleihen und auch etwas Körper und Geschmeidigkeit zu kreieren. Ich finde, dass das wunderbar geklappt hat. Mir gefällt dieser weiße Burgunder so ausgesprochen gut ! Ich werde wieder einmal eine Flasche öffnen und beim nächsten Mal genau versuchen die Aromen zu erschnüffeln und zu erschlürfen,

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