Im Winter 2023 war ich auf meiner vorerst letzten ‚Mission am Herd‘ unterwegs und das an keinem geringeren Ort als Savognin in Graubünden – als Sous-Chef im Piz Mitgel.
Und dieser Wein wurde abgestellt, weil er wohl Zapf/Kork hätte.. was natürlich nicht so war. Der brauchte einfach nur kurz Luft .. zumal es am Ausbau im Barrique lag.

Der Castiglione besteht aus mehreren Barolo – Cru-Lagen

Viettis Kollektion ist voll von Barolos aus historischen und berühmten Lagen. Der Barolo Castiglione ist eine gehobene aber dennoch Einstiegs-­Qualität – zumindest wenn es um Barolo geht. Der Castiglione wird aus vielen kleinen Parzellen dieser Lagen cuvetiert. Die dort stehenden Reben haben ein Alter von 15 bis 45 Jahren wobei jede Lage einzeln verarbeitet und ausgebaut wird. Nach etwa 30 Monaten Ausbau in wenigen großen Holzfässern und mehrheitlich gebrauchten Barriques wird der Castiglione jährlich neu zusammengestellt, um ein maximal harmonisches Ergebnis im Sinne dieses Barolos zu erhalten.

Die Trauben stammen aus einer Vielzahl von Cru-Lagen in den Gemeinden des gesamten Barolo-Gebiets: Barolo, Castiglione Falletto, La Morra, Monforte d’Alba, Novello, Grinzane Cavour, Serralunga d’Alba und Verduno. Durchschnittalter der Reben 10 – 45 Jahre. Kalkmergel-Böden, je nach Lage mit unterschiedlichem Kalk-Ton-Anteil. Klassische Guyot-Reberziehung, wie auch üebrall in Deutschland mit einer durchschnittlichen Pflanzdichte von ungefähr 4.500 Reben pro Hektar.

2017 war ein überdurchschnittlich warmes Jahr weswegen der 2017er Castiglione mit seinem überragenden Vorgänger aus 2016 definitiv mithalten kann.

Zum Keller: Die Hand-gelesenen Trauben werden einzeln vinifiziert und ausgebaut, Lagen wie Parzellen. Nach dem Entrappen kommen die Beeren zur kurzen Kaltmazeration ins Edelstahl – Maischegärung mit regelmäßigem Überpumpen > Remontage. Gegen Ende der alkoholischen Gärung wird der Tresterhut erneut untergetaucht, womit die Phase der zweiten Mazeration beginnt. Insgesamt war der Wein während durchschnittlich drei Wochen in Kontakt mit der Maische. Die BSA / der Biologischer Säureabbau findet im Holz statt. Die endgültige Assemblage des Weines erfolgt nach dem ungefähr 30 Monate währenden Ausbau im großen Holzfass und zu einem guten Teil im Barrique.
Der Wein wird vor der Abfüllung weder geschönt noch filtriert, was man dem Wein gar nicht anmerkt, da er nicht klassisch wild wirkt. Das ist die Magie der Zeit.

Nun zum Wein: Ein tolles Teil: Granatrot, mit dezenten leuchtend rubinen Akzenten. Eine ansprechend offene, elegante und zart parfümiert duftende Nase, mit Aromen nach sehr reifen Himbeeren, Kirschen bis Pflaumen und deutlich floralen Noten. Im Hintergrund liegt eine Würze erinnernd an Gewürznelken und Zimt und dezent auch etwas Kakao und Tabak sowie balsamische fruchtige Noten.
Am Gaumen ist er ein wirklich körperreicher und kräftiger Barolo mit großem Grip, viel Fleisch und intensiver Gerbstoffprägung, ohne fett zu wirken.
Die Feinheit der Harmonie aus der Kraft des Nebbiolo und dem 2,5-jährigen Ausbau in gebrauchten Barriques setzt sich auch am Gaumen fort. Eine piemontesische Expressivität und feiner Ausdruck mit angenehmen Tanninen und einer ordentlichen, von der Säure gestützten Struktur geben diesem Barolo viel Herz und Körper. Der lange Abgang und Nachhall kommt mit noch gut spürbaren Gerbstoffen und etwas Tabak und Kräutern als Würze daher.

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